
Hallo ihr Lieben,
endlich habe ich es geschafft meinen ersten Beitrag online zu stellen.
In den vergangenen Wochen habe ich viel zum Thema Fast Fashion recherchiert und mir gedacht, ich erspare euch die lange Suche im WorldWideWeb und liefere euch meine Erkenntnisse zusammengefasst auf meinem Blog. Glaubt mir ich möchte nicht den Moralapostel spielen, aber desto mehr ich mich mit der Thematik auseinandersetze, desto schockierter bin ich über meinen bisherigen Konsum und die damit einhergehende Gleichgültigkeit. Aber lest selbst:
Was ist Fast Fashion?
Für den Begriff Fast Fashion gibt es keine einheitliche Definition. Daher fasse ich einfach mal zusammen, was bei mir aus allen Definitionen die mir begegnet sind, besonders hängen geblieben ist. Bei der Fast Fashion handelt es sich um eine Unternehmensstrategie, die besonders von preiswerteren Modelabels gefahren wird. Sie zielt darauf ab die neuesten Trends der Laufstege immer schneller und günstiger in die Geschäfte zu bringen. Früher bestand das Modejahr aus zwei Zyklen (Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter), heutzutage bringen die Modelabels gefühlt wöchentlich neue Trends heraus. Während es in der Vergangenheit zwei bis drei Monate gebraucht hat, bis ein Teil aus der Produktion in den Handel gelangte, sind es laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG heute gerade einmal zwei Wochen.
Schluss mit Fast Fashion?
Aufgrund des starken Produktionsdrucks werden den Lieferanten und Produzenten immer knappere Liefertermine gesetzt. Mit diesen gehen Lohnkürzungen und schlechte Arbeitsbedingungen einher. Denn die Liefertermine können nur eingehalten werden, wenn mehr gearbeitet wird. Im gleichen Zug dürfen die Produktionskosten aber nicht steigen. Da in Europa jedoch ein strenges Arbeitsrecht gilt, wird die Produktion in Länder wie China oder Bangladesch outgesourct. Hier werden die Arbeitsbedingungen nicht überwacht und so kann es schnell mal passieren, dass die Näher/-innen 16 Stunden und mehr am Tag arbeiten. Wer jetzt denkt, dass dabei zumindest genügend Geld zusammenkommen muss, um sich ein schönes Leben zu machen, irrt sich gewaltig. Denn trotz dieser unvorstellbaren Arbeitszeiten, können sich viele Arbeiter nicht einmal das Existenzminimum leisten. Umgerechnet 35 – 40€ zahlen die Arbeitgeber – wohlwissend, dass es nicht zum Überleben ausreicht. Mehr können sie aber nicht zahlen, da ansonsten die günstigen Preise nicht eingehalten werden können. Damit würden die großen Modelabels zu einem günstigeren Zulieferer wechseln, die Firmen würden ihre Kunden verlieren und die Arbeiter wären auf der Straße. Wie ihr merkt handelt es sich hierbei um einen schrecklichen Teufelskreis der kaum zu durchbrechen ist.
Unter der steigenden Produktionsgeschwindigkeit leiden aber nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die Qualität der Kleidung. Wie oft ärgere ich mich über ein nagelneues Teil, dass nach dem ersten Waschen einläuft oder verwäscht? Früher hatten Arbeiter eine Stunde Zeit um fünf Tshirts zu nähen. Heutzutage müssen innerhalb der gleichen Zeit aber 30 Tshirts gefertigt werden. Kein Wunder also, dass die Qualität schlechter wird. Mit mangelnder Qualität, sinkt auch die Langlebigkeit der Kleidung und damit steigt die Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft.
Und als wären die bisher genannten Punkte nicht schon schlimm genug, fördert die Massenproduktion den Chemikalieneinsatz in den Herstellungsländern. Und jetzt nicht denken: „Das betrifft mich nicht!“, denn durch die Chemikalienrückstände in der Kleidung, haben wir auf der ganzen Welt eine erhöhte Verbreitung der schädlichen Chemikalien.
Alles in allem kann man sagen, dass sich unser Verhältnis zur Kleidung im Laufe der Zeit stark verändert hat. Während unsere Großeltern neue Kleider zu besonderen Anlässen gekauft haben, konsumieren wir sie wie Wegwerfware. Und während Oma ihr EINES geliebtes Kleid geflickt hat, sobald es ein Loch hatte, werfen wir das Zwanzigste weg, weil ein Neues ja sowieso schicker ist und kein Geld kostet. Was wir aber nicht bedenken ist, dass die Folgen der Fast Fashion nicht nur von den ausgebeuteten Arbeitern in den Produktionsländern getragen werden, sondern auch von unserer Umwelt und damit auch von jedem einzelnen von uns. Und auf einmal betrifft es jeden von uns…
Fast Fashion in Zahlen:
- pro Jahr werden rund 80 Milliarden neuer Kleidungsstücke weltweit produziert
- ca. 2 Wochen dauert es bis ein Trend von der Produktion in den Handel gelangt
- keine 50€ verdient eine Näherin in Bangladesch im Monat
- 60 Kleidungsstücke kauft der Durchschnittsdeutsche im Jahr